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Editorial

"Wer kein Archiv hat, muss das Rad immer wieder neu erfinden, und am Ende ist das Rad häufig nur ein Hamsterrad." Deniz Utlu. Das Archiv der Migration. In: Der Freitag, 43. Wo, 27.10.2011. S. 17

Die Auseinandersetzung mit regionalen Identitäten, Volksmusik und dem Begriff Heimat war und ist Schwerpunkt meiner künstlerischen Arbeit als Autorin, Regisseurin und Produzentin von Musik und Theater. Es entstanden u.a. Projekte zum Volksliedsänger und -sammler Kiem Pauli und dessen Freundschaft mit Prof. Kurt Huber; zum Genre Marschmusik; zur Mal

 

erin Anna Stainer-Knittel und der Autorin Wilhelmine von Hillern, die die Tirolerin unter dem Namen Geierwally literarisch verewigte; ein Kammervolksmusikabend; ein Wandertheater zur Bayerwald-Dichterin Emerenz Meier sowie eine Inszenierung mit Texten von Liesl Karlstadt.

1999 kam bei Recherchen zu Leben und Wirken von >>Bally Prell die Frage auf, welchem Genre ihre Vortragskunst überhaupt zugerechnet werden kann. Nach eigenen Aussagen knüpfte Bally Prell zwar an die Volkssänger-Tradition an, mit ihrem Repertoire verkörperte sie jedoch augenscheinlich etwas Anderes.

Was war und ist unter dem Begriff Volkssängerei zu verstehen? Der Blick richtete sich zunächst auf KollegInnen und WegbegleiterInnen Bally Prells, weitete sich, ging zurück zu den Anfängen des Genres im 19. Jahrhundert und führte zu Spuren, die bis in die unmittelbare Gegenwart reichen. Die Suche nach Zusammenhängen lenkte die Aufmerksamkeit auf Entwicklungen vergleichbarer KünstlerInnen und führte in Grenzbereiche anderer Unterhaltungskünste: Der Gedanke, das weit reichende Spektrum auf einer Internet-Plattform darzustellen, nahm Gestalt an.

www.volkssaengerei.de steht seit Juni 2011 im Netz. Ständige Erweiterungen, Ergänzungen und Fortschreibungen sind integraler Bestandteil der Archiv-Arbeit. Die Grenzen sind offen. Gerade in der Entwicklung ab 1970 lösen sich eindeutige Klassifizierungen und Genregrenzen auf. Aber Musik und regionaler Bezug, das sind wohl nach wie vor wesentliche Komponenten, denen in diesem Zusammenhang Aufmerksamkeit gebührt.

Ich danke allen, die mich bei der Umsetzung des Vorhabens ermutigen und unterstützen, insbesondere  Eva Becher, dem Kulturreferat der LH München und dem Trikont Verlag.

Vor allem aber gilt mein Dank der Volkskundlerin und Musikwissenschaftlerin Heike Frey, die seit 1998 meine Arbeiten fachkundig begleitet hat.

Cornelie Müller